Mitte Mai war es dann endlich soweit, der Mast fertig geölt, neue Dyneemawanten gespleißt, genug Schäkel und Werkzeug dabei, also das Boot aus der Scheune geholt, angehängt und nach Leipzig gefahren. Als ich von der Autobahn runter bin und die 25 Kilometer Fahrt über Bundesstrassen im dunklen Osten der Republik antrete, fällt mir bald ein böses Klappern des Trailers auf. Leider gibts gerade keine Möglichkeit anzuhalten, also noch ca. 5 Kilometer mit bösem Geklapper weiter gefahren um dann endlich eine Parkbucht zu benutzen. Fast schon qualmendes Stützrad des Trailers, irgendwie hat sich das wohl gelockert und berührte jetzt seit mindestens 5 Kilometern immer mal wieder die Fahrbahn. Faux-pas eins.

Etwas später dann (ich war die ganze Fahrt über hypernervös, ob wirklich alles was ich brauchen werde im Boot ist, die Wanten die richtige Länge haben, der Transponder für den Stegzugang wirklich funktioniert, sich das Boot slippen lässt, etc…) der nächste Faux-pas: Mit ca. 50 km/h über einen Bahnübergang geschrotet. Deutlich zu schnell! Das hat nen ganz schön bösen Schlag gegeben. Egal, gegen halb 10 war ich dann endlich am See, der Bäcker sprang mit seinen Havaianas aus irgendnem Gebüsch um mich zu erschrecken, hat nich funktioniert, mir aber schlagartig 50 % meiner Anspannung genommen. Dann das erste einslippen, Jeen hat ganze Arbeit geleistet, das ging sogar ohne die Verlängerung zu benutzen.

Danach den Hänger und das Auto parken und zurück zum Boot, wo der Bäcker schon das erste Paddel in der Hand hält. Da Zweitaktmotoren auf diesem See verbten sind habe ich den Außenborder gleich in der Scheune gelassen. Wir paddelten dann mit gelegtem Mast die ganze lagune raus, links um die Ecke und noch ca. 400 m weiter zu Steg 3. Dort kamen wir dann bei völliger Dunkelheit an. Jetzt noch schnell den Mast stellen, um die Persenning drüberwerfen zu können. Einfacher gesagt als getan, die Wanten waren alle ca. 2 cm zu kurz. Gott sei Dank hatte ich genügend Schäkel dabei, damit kann man die fehlende Länge schön polnisch überbrücken. Wenn sich die Wanten dann etwas gereckt haben kommen die Schäkel auch wieder raus. Kurz nach 11 war die Persenning drüber, also Hänger auf nem Parkplatz abgestellt und ab in die große Stadt.

Falaffel, Bier, Geburtstagsfeier, mehr Bier, rauchen, Küchengespräche, gegen 3 ins Bett.

Halb 9 werd‘ ich munter, bin die Helligkeit in des Bäckers Zimmer nicht gewöhnt, passiert mir hier immer! Langsam aufstehen, duschen, Frühstücken gehen, auf zum See. Gegen 11 sind wir da, ich erkläre dem Bäcker das wir jetzt noch ca. 2 Stunden aufriggen müssen, leichtes Kopfschütteln.

Um drei sind wir fertig mit aufriggen, hat länger gedauert als geplant, ich hab wohl auch schon ’nen Sonnenbrand. So sieht’s halb aufgeriggt aus:

IMG_3016

Also los zur Jungfernfahrt:

Hainer-1

Noch ca. 3 Stunden rumgeeiert bei Windstärke 3, perfektes Anfangswetter um sich mit Boot und See vertraut zu machen.

IMG_3032

12 Kilometer geloggt, eine Flasche Sekt getrunken, noch ’n paar Handgriffe erledigt (Windfäden kleben und so Kram). Dann wieder an den Steg, Persenning drüber und zurück in die Hauptstadt…IMG_3043…Sachsens!

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