Anfang Juli waren die anderen Familienmitglieder bei meiner Schwiegermutter geparkt, also versuchte ich auf Biegen und Brechen (ja, die Pinne war ja wieder intakt) ein Segelwochenende einzulegen. Leider ist mein Lieblingsvorschoter, der Bäcker, mit dem ich eigentlich von Samstag auf Sonntag auf der Flytour übernachten wollte, vorübergehend erkrankt. Ersatz ließ sich leider nicht finden, alle irgendwie familiär oder mit Hausbau eingebunden. Dazu war für Sonntag dann auch noch starker Regen vorhergesagt, sodaß ich mich Freitag Nacht spontan entschloß am nächsten Morgen alleine loszuziehen. Obwohl ab nachmittags Gewitter vorhergesagt waren. Ich dachte, einfach mal probieren das Boot alleine zu slippen, den Motor testen, den Mast stellen etc. und einfach mal sehen ob’s mit Segeln noch was wird oder nicht.

Durch die ganzen Straßensperrungen derzeit hat die Anreise nach Senftenberg länger gedauert, die Hafenmeisterin war aber super nett und hilfsbereit, also hatte ich die Flytour gegen 2 im Wasser. Ein Jüngling des hiesigen Elektrobootsverleihs war mir beim Maststellen behilflich und als ich eine Stunde später alle Fallen sortiert und die Segel angeschlagen hatte, hätte es losgehen können. Leider war komplett auflandiger Wind, sodaß ich erstmal mittels Motor auf den See raus wollte. Der sprang auch an, aber bis ich das mit dem Choke und dem Leerlauf wirklich raus hatte, hatte ich eine schöne Blase am Finger und das Gewitter war schon fast da. Egal, jetzt war ich ja einmal soweit. Im Rückwärtsgang 20 m raus, dann genug Sicherheitsabstand zum Ufer, Vorwärtsgang rein, 5 m gefahren, abrupter Motorstopp. Und gleich hatte ich begriffen warum… Da lag meine achterliche Festmacherleine im Wasser, über die ich gerade drübergefahren bin. Der wahrscheinlich beliebteste Anfängerfehler aller Zeiten. Leine aus der Schraube rausgepuhlt und durch den Wind zurück auf den Steg treiben lassen. Der Hafenmeister half mir wieder beim Festmachen, ich versuchte den Motor wieder anzubekommen, das gelang auch, aber egal welche Stellung: Leerlauf! Das war’s dann, wegen des inzwischen einsetzenden Gewitters schnell das Trailerverdeck draufgezogen und ’n Kaffee geholt.

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Kaffee, Kippe, abgewettert und mit Hilfe des Hafenmeisters die Flytour wieder rausgeslippt. In Senftenberg brauche ich die Verlängerung für den Trailer, damit klappts gerade so!

Eine gute Stunde Rückfahrt im Regen in die Scheune, eingeparkt, alleine ohne Probleme und ab nach Hause. Gegen 8 Uhr war das kleine Samstagsabenteuer vorbei, ’ne neue Baustelle (die Sollbruchstelle Scherbolzen am Außenborder hat versagt) ist dazugekommen, ich hab‘ sinnlos Sprit verfahren aber auch Einiges gelernt. Das Verdeck hält das Boot innen trocken, Senftenberg slippen geht zur Not auch alleine, über Leinen fährt man nicht, es gibt ’n Scherbolzen am Außenborder…

Also noch für 7 € zwei Ersatzbolzen bestellt und mir ’n Bier aufgemacht. Das nächste Mal nicht alleine losziehen, bringt’s nicht wirklich, erstmal braucht’s mehr Sicherheit. Nächste Saison ist das denkbar…

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