30.07.17, Sonntagssegeln am Bärwalder See, da dieser von der Scheune aus wohl etwas schneller zu erreichen ist als Senftenberg. Mitgenommen habe ich den Großgrundbesitzer in dessen Scheune die Flytour untergebracht ist, sozusagen als Abgleich des ersten Mietzinses. Da ich an der Marina Klitten noch nicht geslippt habe, war das schon etwas spannend ob es tief und steil genug für den Trailer sein würde. Ich hab‘ aber erstmal in Ruhe mit der Familie gefrühstückt, „no time pressure“, das hieß dann aber auch erst um 12 am See und um 1 im Wasser, es war dann doch ’ne ganz schöne Schlange an der Slipanlage in Klitten (Motorboote und Jetskis, nicht so wirklich meine Freunde). Da ich vorher schon gesehen habe das die Rampe nicht besonders steil ins Wasser läuft, habe ich noch die Verlängerung ausfahren müssen. Trotzdem hat das nur gerade so gereicht um das Boot aufschwimmen zu lassen, beim Rausholen müssen wir also noch tiefer rein. Außerdem hatte ich beim Warten einen neuen 10ct-Stück großen Holzschaden an der backbord-Scheuerleiste festgestellt, ziemlich böse Delle mit Absplitterungen. Der kommt bestimmt vom „am Steg rumrollen“ in Senftenberg vor 2 Wochen. Aber egal, erstmal auf’m See. Natürlich zu hektisch, dabei vergessen den Verklicker zu befestigen. Egal, segeln ging natürlich auch ohne.

Zu Beginn hatten wir Windstärke 3 mit 5er Böen, also erstmal den Motor an und Segel draußen gesetzt. Dabei auch gleich das erste und einzige Reff eingebunden. Der Außenborder läuft prinzipiell gut, nur das Standgas muss mal eingestellt und der Gaszug gereinigt werden. Komplette Wartung mit Zündkerzen- und Getriebeölwechsel dann im Winter.

Wir haben den gesamten See vermessen, uns jeden Strand aus der Nähe angeschaut, sind quer durch das Sperrgebiet in der Mitte des Sees gesegelt und haben dann die Steganlage auf der Nordseite (Boxberg) angesteuert. Tierische Verbauung von Födergeldern führte hier zu einem Campingplatz mit klimatisiertem Empfangsgebäude in dem DREI Empfangsmenschen, jeweils mit einem halbvollen Bier auf dem Schreibtisch, hinter einem Tresen sitzen. Chapeau! Ob das ehrenamtlich läuft?

Die Steganlage war LEER, komplett leer! Wir also unter Segeln angelegt, hat beim zweiten Mal auch funktioniert. Baden gewesen. Dabei musste ich an meine Familie denken, die zu Hause schwitzen müssen. Irgendwie ’n schlechtes Gefühl bekommen, aber na ja, bei dem Wind hätte keine der Damen Spaß gehabt und ich bestimmt auch nicht. Nach einer knappen Stunde dann wieder zurück nach Klitten, schön unter Segeln abgelegt, dann aber theoretischer Kurs exakt gegen den Wind. Also kreuzen, kreuzen, kreuzen. Auf dem ganzen See waren an diesem herrlichen Tag 5 Segelboote (mit der 11&30st) und bestimmt 50 Motorboote und Jetskis. Dafür überzeugte die Aussicht nach achtern, Kohlekraftwerksidylle, hust, hust…

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Auf der Hälfte der Strecke schlief der Wind dann innerhalb von 10 Minuten fast komplett ein, teilweise war’s tatsächlich spiegelglatt. Nur die Motorbootfraktion schenkte uns Wellen auf die wir gerne hätten verzichten können. Der Großgrundbesitzer hatte glücklicherweise 6 Radler eingepackt, da sind wir wenigstens nicht verdurstet! Leider musste ich feststellen, das ich beim Baden meinen schönen, neuerworbenen Messingbootsaschenbecher liegen lassen habe. Ersatz muss beschafft werden!

Wir haben es nach ca. 2 Stunden dann tatsächlich über den See geschafft, also sollte kurz vor der Hafeneinfahrt der Außenborder angeworfen werden. Als ich nach hinten sprang und nach 10maligem Zerren an der Anlasserstrippe immer noch kein Krach ertönte, musste ich feststellen das der Benzinschlauch ’nen Riss kurz vor dem Eingang in den Vergaser hatte. Schnell zurück, Messer gegriffen, 2 cm abgeschnitten, wieder angestöpselt, lief. Rein in den Hafen, direkt an die Slipanlage, Gaffel und Baum verstaut, Mast gelegt, Boot klariert, Trailer geholt, 25 Minuten auf 2 ausslippende Motorbootsjohnies gewartet, den Vermieter das Stück vom Anlegeplatz zum gewasserten Trailer paddeln lassen und die Flytour rausgezerrt. Dabei wieder ordentlich Kupplungsbelag verkohlt. Beim Ausslippen hat sich dann auch noch die Verlängerung als nicht wirklich geeignet erwiesen, hier wird noch optimiert werden müssen!

Mit der actionkam mal ’n kleines Video gemacht:

Die Route über den See ist unvollständig, natürlich habe ich wieder vergessen das Navi direkt beim Start anzuschalten. Irgendwas ist immer.

Da die Flytour ja noch in die Scheune musste, war ich erst um 23 Uhr zu Hause. Geiler Tag, aber auch ’n ganz schöner Aufriss.

Abschließend noch die Liste der bei diesem Törn festgestellten und abzustellenden Mängel/Optmimierungspunkte:

  • Der Block des Gaffelfalls muss höher und mittiger am Mast befestigt werden.
  • Der achterliche Befestigungsblock der Großschot muss weiter nach achtern versetzt werden. Vielleicht sogar gleich mit Traveller. Schamfilt derzeit am Ruderlager.
  • Genuaschienen anbringen, die Holepunkte sind nicht ideal. Dazu aber erstmal aus der alten Genua eine Übergangsfock schneidern lassen.
  • Beseitigung des Scheuerleistenschadens Backbord
  • Motorleerlauf einstellen und Gaszug reinigen.
  • Motorkippvorrichtung entfernen-Motor direkt an Spiegelplatte fixieren.
  • Gemischtank füllen.
  • Achtere Baum- und Gaffelhaltevorrichtung anstatt Kreuzdingens bauen.
  • Trailerverlängerung optimieren (muss länger und leichtgängiger werden).
  • Anbringung von Klettband auf Vordeck zur Fixierung der niedergeholten Fock/Genua
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Ein Kommentar zu „Sonntagssegeln – Bärwalder See 30.07.2017

  1. Ein sehr schöner Ausflug mit Kraftwerksidylle! Optimierungsbedarf an der einen oder anderen Ecke is ja immer.
    In der Abarbeitungsliste lassen sich ggf. noch ne Klampe oder Öse auf Höhe Cockpit/Ruder zum festmachen und Flaschenhalter ergänzen! letzteres ist bei Seegang essenziell.
    Abgesehen davon gefällt mir dein Segelhut sehr gut!
    Grüße vom Großgrundbesitzer:-)

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