Zwei Wochen nach dem letzten Familientörn nahm ich mir die Freiheit mal einen Tag alleine zum Boot zu fahren. Vor allem wollte ich die Fockschienen befestigen, das würde auf dem Wasser, zwecks Feststellen der optimalen Position bei gesetzter Genua wohl am Besten funktionieren, dachte ich mir. Bei wieder wenig vorhergesagtem Wind (eher laues Lüftchen) traute ich mir auch zu noch einen Schlag über den See zu machen. Außerdem wollte ich den Außenborder bzw. dessen Halterung so einstellen, dass die Halterung beim Gangwechsel nicht immer hoch klappt und der Motor aus geht. Also ab ins Auto und zum See. Als ich dort ankam war krasser Verkehr an der Slipanlage, mehrere Boote standen draußen auf ihren Trailern, eins hing am Autokran. Grosser Auskrantag also. Gegen 11 war ich auf dem Boot und fing an die eine oder andere Klampe anzubringen und wieder etwas System in die verschiedenen Kisten zu bringen. Am Außenborder feilte ich bestimmt ’ne halbe Stunde an dem Blockadebolzen, damit sollte das Hochklappproblem gelöst sein. Gegen halb 1 wurde es dann Zeit abzulegen, also zog ich die Gaffel hoch, die aber irgendwie klemmte. Dreimal Ruck, dann machte es „krkkk“. Scheiße! Richtig grosse Scheiße! Der Knoten, der das Segel in der Kausch vor der Nut in der Gaffel fixieren sollte, hatte sich gelöst und beim dritten Ruck gab die Nut nach und brach auf einer Länge von ca. einem Meter. Alles wieder runter, das Fluchen unterdrückt und den Schaden mittels vier Schrauben wieder notdürftig repariert. Ziemlicher Mist, das wird bei mehr Wind nicht halten und die Reparatur wird auf eine neue oder gebrauchte Gaffel hinauslaufen. In Zukunft werde ich die Segelanschlagpunkte penibel kontrollieren bevor ich die hisse.

Soweit, so gut, nach der Notreparatur alles wieder zusammengebändselt, Segel hoch und versucht Rückwärts aus der Box zu kommen. Das funktionierte noch schlechter als 2 Wochen vorher beim Mutter-Kind-Törn. Dreimal musste ich von Neuem ansetzen, da das Boot immer wieder vor dem Ende des Drehens Richtung Hafenausgang Fahrt nach vorne machte und ich deshalb beim zweiten Anlauf ziemlich heftig gegen die hölzerne Stegbegrenzung krachte. Das machte trotz nur 1-2 Knoten Fahrt ganz schön Bumms… Na gut, erstmal nichts weiter beschädigt, beim dritten Anlauf hat’s dann auch funktioniert den Hafen zu verlassen. Rückwärts treiben lassen muss ich auf jeden Fall noch trainieren. Draußen auf dem See war ich völlig alleine, alle anderen die an diesem Samstag am See waren beschäftigten sich damit ihre Boote per Kran oder Slipanlage aus dem Wasser zu holen.

Nachdem ich einen kurzen Schlag machte und nach 500 m die nächste Wende durchführte, fragte ich mich was das eigentlich soll… Planänderung: Erstmal ins Wasser urinieren, das war nämlich dringend notwendig, dann Halbwindkurs auf den Badestrand von Klitten, Pinnenausleger arretieren, Akkuschrauber raus und die Fockschienen befestigt. Das Boot lief tatsächlich, ohne das ich nur einmal hätte eingreifen müssen, bis vor den Steg des Badestrands. Schön entspannt mit durchschnittlich 2 Knoten. Für das Befestigen der Schienen brauchte ich vielleicht ’ne knappe Stunde, dann noch schnell den Flaschenöffner angebracht und vor dem Steg dann doch wieder händisch gesteuert um dort mal anzulegen.

Irgendwie war das verlockend, da sonst natürlich kein Boot dort festmachte. Wieder zwei Anläufe benötigt, irgendwie klappt nichts beim ersten Mal, das zeugt eben von fehlender Praxis… Schließlich festgemacht, ausgestiegen, ein paar Fotos vom leeren Boot mit vollem Segelzeug gemacht, wieder eingestiegen und den Rückweg angetreten.

Bevor ich die Pinne wieder befestigte machte ich noch den Außenborder an und fuhr etwas im Kreis herum, mal vorwärts, mal rückwärts, das klappte soweit erstmal. Allerdings wackelt die Pinne des Motors ziemlich stark, das muss im Winter dann auch mal repariert werden.

Da ich jetzt nichts mehr zu Schrauben hatte war mir das ohne Pinne in der Hand dann doch schnell zu langweilig, also machte ich es mir auf der Sitzbank gemütlich, urinierte nochmal ins Wasser und genoss die Stille. Wahnsinnige Stille, nur durchbrochen von ein paar Wasservögeln die irgendwo schnatterten. Ich spürte regelrecht wie jegliche nervliche Anspannung aus mir rausdiffundierte.

Zum Anlegen startete ich dann doch nochmal den Motor, fuhr damit an den Steg, hangelte die Flytour mit Hilfe des Bootshakens an den Steg und machte das Boot fest. Allerdings in der vorletzten Box vor dem Ende des Schwimmstegs, direkt unterhalb des Hafeneingangs-Leuchtturms, also nicht sonderlich geschützt.

Festgemacht habe ich die „11&30st“ mit Vor- und Achterleine sowie einer seitlichen Leine welche das Boot vom Steg weghalten soll. Weiterhin alle Fender ausgebracht. Ich ging also davon aus dass das Boot starkwindsicher befestigt ist und machte Schluss für heute, Madame rief auch schon an und machte deutlich das Sie Sehnsucht hatte.

Hier wird man lesen können das das Boot nicht gut genug fest gemacht war.

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