Boar,

nachdem ich die sturmgeschädigte „11&30st“ in der Scheune verstaut hatte, fiel ich erstmal total knülle auf die Couch und ließ das Boot drei Tage Boot sein. Der nasse Außenborder stand derweile im Keller. Nach fünf Tagen hatte ich wieder die Kraft über die nächsten Aufgaben nachzudenken und die erste mußte natürlich die Trockenlegung und Wiederinbetriebnahme des Außenborders sein. Also erstmal Dr. google gefragt wie man so ’nen 2-Takter wieder in Betrieb nimmt. Dann sofort ’nen Adrenalinschub bekommen, mehrmals fiel ich über die Formulierung „Sofort handeln, nicht erst nach Tagen, es zählen Stunden….“ Hmmm… Aus dem Zeitfenster war ich definitiv raus. Trotzdem versuchte ich positiv zu denken und beruhigte mich mit der Tatsache das der Motor wenigstens nicht im Salz- sondern im Süßwasser abgesoffen war.

Also nach Forenhinweisen folgende Prozedur durchgeführt:

  • Motor trocken gewischt
  • Getriebeöl abgelassen
  • Zündkerze ausgebaut, gereinigt
  • Reichlich Kriechöl WD40 durch die Zündkerzenöffnung in Brennkammer gesprüht
  • Vergaser abgebaut, geöffnet, getrocknet, mit Benzin gespült
  • Reichlich Kriechöl WD40 durch die Vergaseröffnung in Brennkammer gesprüht
  • Motor mehrfach drehen lassen (mechanisch mittels Starterzug)
  • Getriebeöl erneuert
  • Vergaser zusammengebaut und wieder montiert, Zündkerze eingebaut
  • Schraube abgebaut

Richtigerweise hätte man noch Spiritus in die Brennkammer kippen können, aber darauf hatte ich irgendwie keine Lust.

Danach holte ich den Motor an einem Sonntag in den Innenhof, schraubte ihn am Geländer für den Zugang zum Fahrradkeller an, stöpselte den Tank dran und ließ ihn 30 Minuten laufen. Der sprang auch sofort wieder an… Alle paar Minuten habe ich vom Vorwärtsgang in den Rückwärtsgang und wieder zurück geschaltet.

Rep-A-Border

Dabei das Standgas sauber eingestellt und den Motor natürlich schön mit der Antriebswelle im Wasser laufen lassen und die Wasserkühlung überprüft. Für den Extrareinigungseffekt hatte ich Spülmittel ins Kühlwasser gekippt, deshalb seifte das so schön.

Nach 30 Minuten war der Motor schön warm, danach nochmal das Getriebeöl erneuert, den Motor kurz trocken geewischt und wieder ab in den Keller damit. In den folgenden Tagen besorgte ich mir noch sogenanntes Flüssigmetall (mit Metallpulver versetztes Epoxy) um das abgebrochene Innengewinde der Außenborderpinne zu erneuern. Die sitzt jetzt auch wieder vernünftig fest. Außerdem schloß ich den eingebauten Tank wieder an, ersetzte alle Benzinschläuche und setzte Benzinfilter und Benzinhähne ein. Dadurch ist es jetzt auch möglich zwischen Innen- und Außentank hin- und herzuschalten und den externen Tank für kleinere Touren gar nicht erst mitzuschleppen. In der Regel sollte der interne Tank für Wochenendtrips ausreichend sein.

Da der Motor jetzt wieder Zuversicht gibt, motiviert das auch die anderen anstehenden Arbeiten konsequent anzugehen.

Nachtrag: Weil der Motor doch wichtiger ist als anfangs gedacht gönnte ich ihm noch eine Kompletterneuerung. Neue Zündkerze, ordentliches Getriebeöl, Benzinfilter und neue Dichtungen:

DSC_0111_res

Abschließend sieht er jetzt so aus und kann wahlweise mit internem Motor oder mit 12 l Außentank betrieben werden.

DSC_01007red

Als Letztes dann noch die Opferanode ersetzt, fertig. Links die neue, rechts der Rest der alten. Da war nix mehr…

DSC_0003red

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