Badeleiter bauen

Bei der Jungfernfahrt fiel es schon auf: Das entern des Bootes ist erstaunlich schwierig. Nicht nur das man dabei das Antifouling abreibt und dieses demnach an Knien und Beinen abfärbt, auch die schiere Höhe des Decks stellt eine nur sehr schwerlich zu überwindende Barriere dar. Das ging eigentlich nur mit Hilfe aus dem Cockpit, also Hochziehen. Beschwerlich, schmerzhaft, untragbar. Also bastelte ich aus einem beim Nachbarn übrig gebliebenen Nut und Feder-Brett drei Stufen und vertüdelte diese mit der alten Großschot.

Knarrpoller instandsetzen

Zu Beginn der ersten Segelsaison knarrte noch einer der beiden Knarrpoller, am Saisonende drehten beide ohne das charakteristische Klackern durch. Also machte ich mich nach der Instandsetzung des Außenborders an diese Kleinbaustelle. Die Schraube auf dem Wellenbolzen gelöst, Dreck, Späne, Federreste entfernt, Sperrklinken mit nach Hause genommen und erstmal mit 500er Schleifpapier gereinigt. Danach relativ lange überlegt, was sich als neue Federn eignen könnte. Nach einem Fehlversuch mit Sicherheitsnadeln aus Bronze (zu weich) dann einfach normale, relativ große Sicherheitsnadeln aus Stahl genommen. Diese mit dem Seitenschneider zugeschnitten und am Boot so gebogen, dass das passt. Dabei gleich derart eingebaut, das sie jeweils entgegengesetzt sperren, d.h. der steuerbordseitige Knarrpoller dreht im Uhrzeigersinn, der backbordseitige entgegengesetzt. Dadurch wird die Fockschot also auf beiden Pollern von außen belegt.

Ich liebe das Geräusch:

Baumschere restaurieren

Irgendwie hatte ich an manchen Wochenenden wohl zu wenig zu tun, also schliff ich die Baumstütze (eine einfache wie praktische Schere aus zwei Mahagoniestäben, die mit einem Tau gegen Aufklappen gesichert sind) bis aufs blanke Holz, um sie anschließend mit LeTonkinois (mein Lieblingsöl) zu behandeln. Um das Ganze abzurunden kamen noch zwei Schuhe aus Leder (Vielen Dank an Muttern!) und zwei Ablageschützer (worauf der Baum abgelegt wird) drauf. Sieht jetzt so aus:

Klampen neu setzen

Als eine der größeren Arbeiten für das Winterlager 2017/18 (wenn man die Unterwasserschiffssanierung einfach mal vergißt 🙂 ) stand die Erneuerung der Klampen an. Diese wackelten schon vor der Vorsaison, weshalb ich sie damals notdürftig durch Verfüllung von Epoxy-Holzspan-Gemisch in die Bohrlöcher der Schrauben fixierte. Gut, das hielt bis zum Sturm mit 50 Knoten Wind, der den Leuchtturm aus der Verankerung riss etc. Jetzt war also die Zeit reif für neue Klampen, also gleich die schönen aus Messing bestellt. Diese wollte ich aber nicht einfach so aufs Deck spaxen, weil da ja noch die Schäden der vorherigen Klampen sichtbar wären. Also ein Mahagoniebrett besorgt, dieses zugeschnitten und die Kanten rund geschliffen (Optik und Verletzungsgefahr), gebohrt, geölt (Le Tonkinois) und durchs Deck gejagt. Im Vorschiffsbereich etwas weiter hinten als vorher, um den Querbalken unterhalb des Decks auch noch zu erwischen. Das klappte auch bei je drei von vier Schrauben pro Klampe. Wird reichen!

Fertig montiert und mit Festmachern belegt:

Segeltaschen anfertigen

Um die Segel einzeln, beschriftet, sortiert, farbecht etc. im Vorschiff zu lagern, besorgte ich mir einfache, günstige Baumwollsäcke in verschiedenen Größen. Diese wurden dann aus Gründen der Beschriftbarkeit mit kleinen Kiefernholzplättchen, die wiederum mit einer Prägebeschriftung versehen wurden, markiert. Irgendwann kommt da noch ein Bootslogo drauf, da bin ich dran, aber derzeit eher Fokus auf Segeln. Die sind auch super geeeignet um Lazy-Jacks und die Enden der Fallen reinzupacken. Ordnung im Boot. Fotos später, hab‘ grad‘ keine.

Längsträger Cockpit tauschen

Bei der geplanten Demontage des Kiels entfernte ich ja auch den superhäßlichen Aluminiumprofillängsträger im vorderen Cockpitbereich. Der soll wohl dem Cockpitboden Stabilität verleihen. Als ich den raus riss, schwor ich mir, das Ding direkt auf den Müll zu werfen und dort was Schönes einzubauen. Gesagt, getan, Rubinienbalken aus dem Baumarkt, geölt mit…, ja Genau!

Heckschaden behoben

Neben den Klampen war während des Winterlagers unbedingt noch der Heckschaden des Sturmes zu beheben. Dazu ein Mahagonie-L-Profil beim Tischler anfertigen lassen und versucht das zu dämpfen und zu biegen. Das hat nicht funktioniert, vielleicht waren 70 °C nicht genug Temperatur oder die Einspannung zum Biegen war nicht gut genug geeignet. Wer weiß. Um das trotzdem halbwegs symetrisch zur anderen Seite des Hecks zu gestalten, musste ich das Profil halbieren um die leichte Rundung abzubilden. Naja, Fotos sagen mehr als Worte, ist jetzt auch stabiler als vorher… Wenn auch bei genauem Hinsehen nicht ganz so schön.

Der vordere Klampenschaden wurden währenddessen nebenbei auch noch mit Epoxy-Holzspan-Gemisch verspachtelt und nachgeschliffen.

Fockschienen

Die Fockschienen habe ich zwar schon zum Ende der letzten Segelsaison beim Solotörn auf dem Bärwalder See installiert, trotzdem wollte ich hier nochmal die einzelnen Arbeitsschritte zusammenfassen. Die Endstücken haben natürlich nicht nur eine ästhetische, sondern auch eine praktische Funktion. Sie sollen die Füße vor den scharfen Kanten der Schienen im Falle eines Zusammenstoßes schützen. Die Schienen stammen von ebay, von einem Rostocker Folkeboot, waren preislich ok und passen gut auf die 11&30st. Aus irgendwelchen Gründen montierte ich Sie auf Rechteckprofilen aus schwarzem Polypropylen…

Fertiges Ergebnis:

Genug davon, lieber mal wieder segeln gehen!

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