14.04.2018 – Einwassern

Zum Einwassern lud ich mir den Bäcker ein. Der weiß nämlich wie es geht. Den Abend vorher waren wir wieder kicken und Biere trinken, dementsprechend spät wurde es am Samstag mit dem loskommen. Damit wir nicht verhungern (und weil ich ja weiß das der Bäcker schlecht im Proviantieren ist) bereitete ich vorsichtshalber ein paar Baguettes vor. IMG_3681red

Gegen 14:00 Uhr ging’s dann los, Bäcker einladen, auf zur Scheune, Boot vollpacken, anhängen und raus damit. Eine Stunde Fahrt zum See, Hafenmeister finden, Ticket holen und Einwassern. Das Einwassern an sich ging problemlos, obwohl der Bäcker ziemlich lange am Außenborder ziehen musste bis der endlich ansprang. Den Trialer wegzuparken war schon schwieriger weil der Hafenmeister leider den Schlüssel zum Stellplatz vergaß, mich fragte „Hast Du ’n Dietrich dabei?“ Was mich unverzüglich zum Lachen brachte. „Nee, zufällig heute nicht.“ Hab dann aber am nächsten Abend sofort verschiedene Dietriche besorgt. Das nächste Mal bin ich vorbereitet. Naja, das hat nochmal ’ne halbe Stunde extra gedauert, gegen halb 6 waren wir fahrbereit und haben noch ’n paar Schläge über den See gemacht. Viel gequatscht, ’n Abschlussfoto vor’m Anlegen geschossen.

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Neptun und Assistente auf bleiernem See

Das Boot verhutzt und ab in die Stadt. Wind war sowieso weg. Aber schön Sonne getankt.

Tagesstrecke, wieder zu spät angeschaltet…20180414_Baer15.04.2018 – Familientörn

Nachdem das Boot gut vertäut am See geparkt wurde konnte ich es der Partnerin auch schnell schmackhaft machen am Sonntag mal auf einen Familientörn hinzufahren. Mit Badeprogramm. Also zumindest Füße ins Wasser halten war versprochen, war ja noch ziemlich kalt das Nasse. Wir fuhren entspannt gegen halb 11 los, waren Mittags am See, nach 20 Minuten hatte ich alles fahrbereit, während die Familie auf dem Spielplatz tobte. Als ich die letzten Hangriffe machte kommt so ein Sachsenjonny an den Steg und quatscht mich von der Seite an: „Na, neu hier?“ Ich bejahte, dann lachte er und meinte „Ja, dann muss ich Dich mal drauf hinweisen das wir hier eine Flaggenordnung haben.“ Ich ziemlich überrumpelt, äh, ja… Dann meint er, es wären nur Bayern- oder Red Bull Flaggen an den Booten geduldet. Da musste ich dann lachen und fragte ihn: „Na gut, das wird nix, und jetzt? Ne Runde wer wen vom Steg schubst, oder was?“ Das Wasser wäre ihm dafür noch zu kalt und er gehe jetzt was essen, und tschüß.

Ich holte also die Mädels vom Spielplatz und wir segelten entspannt bei 2 Bft mit Halbwind ans nördliche Ufer, legten an, holten uns ’n Eis und Kaffee, gingen für eine Stunde an den Strand. Ich machte mit den Kindern ’nen Kneipcontest (wer länger bis zu den Knien im Wasser aushält hat gewonnen). Die ältere Tochter gewann. War kalt. Naja, dann wars schnell schon wieder um 4, wir legten ab zum zurückfahren. Die Kinder hören leider nicht. Immer wieder Stress. Da beim zurück Fahren dann relativ viel Wind war (4 Bft. mit 5er Böen) und ich das der Familie (noch) nicht zutraue, machte ich den Motor wieder an. Dafür wurde die ältere Tochter beauftragt die Pinne auf Kurs zu halten. Ich holte ich der Zwischenzeit die Segelgarderobe runter, da setzt sich die jüngere Zwergin neben ihre Schwester, packt sich die Pinne und erzählt ihr „lass los, ich war erster hier…“ Der Kampf beginnt. Naja, in wenigen Jahren wird das besser sein. Zwischenzeitlich (auf dem Hinweg bei wenig Wind) waren sie auch mal für 10-20 Minuten sehr entspannt, spielten was, malten, sangen. Die Perspektive steht.

Tagesstrecke:20180415_Baer

20.04.2018 – Solotörn

Freitag, keine Lust bis spät nachmittags auf Arbeit rumzuhängen, super Wetter, also Mittags den Finger gezogen und ab aufs Boot. Bei sehr wenig Wind, dafür aber ordentlich Sonne. Ich fuhr also mitten auf den See, dort holte ich die Segel runter und döste ’ne halbe Stunde ab. Ich war echt müde von der Woche. Als ich die Segel dann wieder hochzog war gar kein Wind mehr da. Niente. Nach weiteren 12 Minuten rumdümpeln sah ich es ein und machte den Motor an. Zurück zum Steg, festzurren und ab nach Hause. Erholt.

Strecke:20180420_Baer

21.04.2018 – Beziehungstörn

Am Samstag konnte meine Mutter die Kinder im Zoo bespaßen und wir Eltern hatten endlich mal wieder frei. Also früh raus, Brötchen eingepackt und ab an den See. Dort angekommen erstmal schön am Steg gefrühstückt. Dann bei super Kaffeesegelwind von 2-3 Bft mit Halbwindkurs Richtung Badestrand am nördlichen Ufer gefahren.

Madame räkelte sich in der Sonne auf dem Cockpitboden, 22 °C, Kaiserwetter.

Als es dann auf der Hälfte des Weges etwas auffrischte musste ich noch 2-3 Mal wenden, einfach um die schöne Situation noch etwas in die Länge zu ziehen und mit diesem wunderbaren Blick auf das Ufer, die Sonne, das Gluggern des Wassers unter uns, noch etwas länger zu geniessen. Die Partnerin drängelte allerdings, sie wollte unbedingt ihren Eiskaffee schlürfen. Also weiter nach Norden. Kurz vor dem Steg frischte der Wind dann doch merklich auf, das war auf jeden Fall eine glatte 4 Bft. Dabei wollte ich dann mit Frau nicht unbedingt anlegen, also Segel runter, Motor an. Angelegt ohne Zwischenfälle. Dann dachte ich mir, es wäre doch bestimmt besser das Boot umzudrehen, damit wir dann gleich unter Segeln ablegen können. Da am Nachbarsteg allerdings ein Motorboot mit Vater-Sohn-Crew mit packen beschäftigt war, wurde Madame etwas nervös. Es konnte mal wieder nicht schnell genug gehen, da aber doch noch etwas Seegang war wollte ich das Boot auch ordentlich festmachen, also schon jede Leine mindestens noch einmal nachgesetzt etc. Da ging sie mir dann schon etwas auf die Nerven mit ihren „wie lange dauert das denn noch? Biste jetzt bald mal fertig?“-Sprüchen. Ich hab die Nerven trotzdem behalten, wir gingen unseren Kaffee schlürfen und dann noch eine Stunde ohne Kindergeschrei am Strand abgammeln. Schon erholsam… Leider musste Madame an diesem Samstag noch arbeiten, d.h. wir mussten spätestes um 4 wieder im Auto sitzen. Also gegen halb 3 wieder aufs Boot, mit Halbwind weg vom Steg. Allerdings war es der Frau zu windig und für den Frieden auf dem Boot und da wir nicht kreuzen mussten, ließ ich die Fock unten. Weniger Krängung, weniger Stress. Unter Motor angelegt, wobei es Madame nicht gelang die restliche Fahrt aus dem Boot zu bekommen und wir etwas unsanft gegen den Steg krachten. Das müssen wir besser machen, deshalb beim nächsten Mal mehrmals üben. Mit Motor muss ich das auch alleine hinbekommen das Boot direkt am Steg zu stoppen. Aber üben müssen wir trotzdem.

Auf dem Parkplatz dann noch einen Strafzettel gefunden, totaler Blödsinn, weil der Parkzettel vom Hafenmeister gut sichtbar in der anderen Ecke des Armaturenbrettes lag. Kurz angerufen beim Hafenmeister, das klären wir das nächste Mal.

Tagestrip:

20180421_Baer

27.04.2018 – Absegeln

Da ich nur 2 Wochen Gastliegeplatz gebucht hatte musste die 11&30st dann Ende April wieder aus dem Wasser geholt werden. Ich fuhr wieder gegen Mittag von Arbeit los um noch ein paar Stunden segeln zu können.

Gegen halb 2 war ich da, suchte erstmal den Hafenmeister. Der war aber nicht zu finden. Als ich vom Büro zurückkam stand da ein Auto vor der Slipstelle mit der riesengroßen Aufschrift „Gemeinde Boxberg“. Eine etwas fülligere Anfangfünfzigerin stand daneben. Offensichtlich die Ordnungsamtsbevollmächtigte. Ich fragte Sie erstmal ob Sie weiß wo der Hafenmeister ist, der sei heute nicht da, ich müsse wohl mit ihr vorlieb nehmen. Machte ich und klärte zuerst den faux-pas mit dem Strafzettel von letzter Woche. Etwas widerwillig schluckte Sie die Pille und das Thema war erledigt. Ich vereinbarte mit Ihr das ich noch 2 h segeln werde und dann der Trailerparkplatz aufgeschlossen werden müsste. Das war kein Problem, Sie gab mir Ihre Mobilnummer und wir gingen unserer Wege. Vorerst.

Dann also kurz raus, 2 h gesegelt (1 x Boje über Bord probiert, 10 Min. beigelegen um eine zu rauchen, versucht beiliegend zu reffen (hat nicht funktioniert), versucht rückwärts zu segeln (hat nicht funktioniert), ein Brötchen gegessen, entgegen der Vorhersage doch recht böigen Wind gehabt und deshalb etwas die Nerven trainiert beim Schoten dicht lassen in den Böen. So langsam gewöhne ich mich an das Krängen.

Zeitrafferfilmchen von der ersten Stunde:

Nach ca. 2 h segeln bin ich dann zur Slipstelle gemotort. Dort notdürftig fest gemacht und die Gemeindetante angerufen um mir den Trailerstellplatz aufschließen zu lassen. Das hat alles reibungslos funktioniert, außer das das Boot nicht ganz gerade auf den Trailer aufslippte und dabei ein unangenehmes Kratzgeräusch entstand. Nach dem Rausziehen sah ich dann auch den Kratzer im neuen Unterwasserschiff. Nicht schön.

Die ganze Rausholaktion dauert alleine ca. 2 h. Jemanden zu finden der mir beim Mast legen hilft ist bisher noch nie ein Problem gewesen, trotzdem werde ich dafür noch eine Ein-Mann-Lösung basteln. Falls mal geschleust werden muss zum Beispiel.

Tagesstrecke:20180427_Baer

Soweit, so gut, Boot ist dicht, Großsegel hält auch bei mehr Wind in der Gaffelschiene, das scheint also ausreichend gut geflickschustert zu sein. Macht Lust auf mehr.

 

 

 

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Ein Kommentar zu „Ansegeln – Bärwalder See, April 2018

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