29.08.2018:

Nach dem Familien-Sommerurlaub und den anschließenden, verplanten Wochenenden war Ende August wieder etwas Zeit, um das Boot nochmal ins Nasse zu werfen. Dazu lud ich zur Abwechslung mal einen Arbeitskollegen ein, der im Nebenerwerb früher mal Rettungschwimmer war. Kann ja nicht schaden. Eigentlich wollten wir am Montag fahren, kurzfristig verschlechterte sich aber das Wetter und bei vorhergesagten 5 Bft, in Böen 7, hatte ich wenig Lust einen Segelnovizen mit an Bord zu nehmen. Also am Sonntag schnell abgesagt und den ganzen Spaß auf Mittwoch verschoben. Mittwoch brachte ich also mein Kind in die Schule, nahm schnell einen Arzttermin (ja, das geht jetzt so langsam los…) wahr und fuhr auf Arbeit, um den Rettungsschwimmer einzuladen. Der brauchte noch ’ne halbe Stunde um seine Termine abzufrühstücken, ich machte ein Nickerchen auf dem Fahrersitz, dann ging’s los. Ich war so vorausschauend meiner Tochter die Übungsklampe aus dem Schrank zu nehmen und sie dem Rettungsschwimmer direkt beim Zustieg in die Hand zu drücken. 20 einwandfreie Wiederholungen waren die klare Ansage bis zum Erreichen der Scheune. Hat er geschafft, was auch super wichtig ist, da das auf dem Boot dann doch manchmal vergessen wird und der Maat ratlos vor der Klampe sitzt. Das sagte ich dem Rettungsschwimmer auch, das ist alles was ich erwarte, dass das Belegen der Klampe funktioniert, alles andere kann ich machen, aber die 3te und 4te Hand beim Festmachen ist schon hilfreich.

Der Großgrundbesitzer ist gerade mit seiner Familie auf Wohnmobiltour, also wässerten wir noch den Garten mit allen Sträuchern und Bäumen. Das dauerte ca. ’ne Stunde, zur Belohnung lekker Himbeeren eingesteckt, Fahrtproviant. Der Rettungsschwimmer ist schon angefixt von der Ästethik des Prägedruckers, als wir dann durch die Scheune stolperten, machte er natürlich noch ’n Erinnerungsfoto von der Bedruckung. Dann zum See, Punkt 12 kamen wir dort an, der Hafenmeister war sogar da, schnell die Formalitäten erledigt und ab zur Sliprampe. Relativ schnell alles vorbereitet und rein ging’s. Der Plan war, gleich auf dem Boot zu bleiben und den Rettungsschwimmer das Auto samt Trailer zurück bringen zu lassen, den Trailer zu parken, das Auto zu parken und sich dann am Steg wieder zu treffen, nachdem ich schon den Mast stellte und die Segel angeschlagen hätte. Also erstmal rauf aufs Boot, rückwärts rein, Spanngurt ab, Außenborder an, Rückwärtsgang rein und versucht das Boot mittels Motor vom Trailer zu ziehen. Das funktionierte nicht. Ich dachte kurz nach, dann fiel’s mir ein: Ich hatte vergessen die Trailerverlängerung auszuziehen. Dann kann’s ja nix werden, weil das Boot nicht tief genug im Wasser ist, um aufzuschwimmen. Also nochmal raus, Verlängerung ausziehen, wieder rein. Mit Außenborder vom Trailer rutschen ging trotzdem nicht, der Rettungsschwimmer musste kurz am Bug schieben. Der Trailer ist wirklich passgenau gebaut, is schon der Hammer wie das gerade so funktioniert. Der Außenborder funktioniert aktuell auch perfekt, da ich mich bei den letzten Ausfahrten mal etwas mit der Startproblematik auseinander gesetzt habe. Starten läuft super, sobald man einmal mit voll gesetztem Choke startet, da läuft der Motor ca. vier Umdrehungen und geht sofort wieder aus. Danach den Choke auf 1/3 bis 1/2 Stellung setzen und nochmal starten. Dann läuft der Motor im Standgas, jetzt den Choke ganz raus nehmen und noch 5 Minuten laufen lassen, dann ist der Motor warm und läuft wie ’ne eins. Bis jetzt.

Ich startete also und tuckerte mit dem Boot durch den Hafen zum Liegeplatz am Stegende und genau beim Runden der äußeren Stegspitze geht das Ding unvermittelt aus. Blubbb. Also schnell den Bootshaken rausgekramt und das Boot erstmal am Stegende fixiert und mit Festmachern und Fendern angelegt. Mast gestellt (geht super alleine, weiß gar nicht warum ich mir dafür bisher immer Hilfe geholt habe), Segel angeschlagen, Persenning rausgelegt und Riss überklebt. Dann kam auch der Rettungsschwimmer, der den ganzen Auto-Anhänger-Kram selbstständig durchgeführt hatte, zum Steg. Schnell noch mit Sonnencreme geschützt, Bier zur Kühlung im Hafenbecken versenkt, Motor wieder an und los ging’s raus auf’n See. Mit Fock aber diesmal ohne Reff, bei 3 Bft mit seltenen Böen von 5 Bft. Sonnenschein satt, perfektes Segelwetter. Das nutzten wir auch aus, um ca. 2,5 h lang den See zu vermessen und uns Geschichten zu erzählen. Der Rettungsschwimmer wurde natürlich auch mal an die Pinne gelassen, erfahrungsgemäß baut das die Mitfahrer auf und motiviert. Nach ca. 2,5 h entschlossen wir uns doch nochmal an der anderen Seeseite anzulegen und mal baden zu gehen. Machten wir auch, super angenehmes Wasser, erschreckend allerdings, dass der Wasserspiegel durch die Wochenlange Dürre um ca. 1,5 m gefallen war. Kann man aber nix machen, wir kühlten uns also richtig ab, ich schob mir noch ’ne Pommes und ’n kleines Pils rein, dann ging’s halb 6 wieder zurück zum Boot. Gleich die Genua dran gehängt, der Wind hatte schon deutlich nachgelassen, jetzt waren es konstante 3 Bft, in Flauten 2, in Böen 4, perfekt. Sonne satt. Also konnte ich den Rettungsschwimmer überreden, mal ein richtiges Mann-über-Bord-Manöver zu fahren. D. h. er sprang 3 Mal runter und ich versuchte ihn wieder aufzunehmen, bzw. mit der richtigen Seite (Badeleitereinstieg) an ihn ran zu fahren. Das war ganz lustig. Auch wenn’s beim ersten Mal nicht wirklich gut umgesetzt war. 2 Minuten sind deutlich zu lang, das muss weiter trainiert werden.

Währenddessen kreuzte ein Kajütsegelboot mehrfach unseren Weg. Bei der ersten Begegnung dachte ich schon, ich sehe nicht richtig, die hatten bei einem ca. 7,5 m langen Boot 12! Fender über der Reling hängen. Mitten auf dem See. Bisher war mir die Fenderetiquette zwar bewusst, ich hab mir auch immer die Mühe gemacht die Fender beim Segeln reinzuholen. Wie beknackt das allerdings aussieht, wenn man es nicht macht, wurde mir erst hier bewusst. Noch besser wurde die Show als die Experten auf dem Boot dann Schlagermusik mit 59 Dezibel hörten, ab da kam ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus. Vermischt mit Flüchen. Anfänglich dachte ich ja eine Dynamo-Flagge am Heck dieses Bootes ausfindig gemacht zu haben, bei näherer Betrachtung entpuppte sich der Lappen allerdings als eine Baden-Würtemberg-Fahne. Manchmal liegt man eben doch falsch mit der reflexmäßigen Dynamo-Fan-Vorverurteilung. Manchmal.

Wie auch immer, unser Segeltag war bei Sonnenuntergang (jetzt schon gegen 20:00 Uhr) beendet und wir liefen den Hafen an. Beim Anlegen macht es sich super, eine Klampe auf dem Achterdeck mit einem ca. 2 m langen Festmacher zu belegen um das Boot damit schnell an einer Stegklampe aufzustoppen. Mit der Vorbereitung knallt man nicht mehr gegen die Boxenmauer und muss sich auch nicht auf den Maat mit dem Bootshaken auf dem Vordeck verlassen. Doppelt abgesichert.

Dann ging’s nach Hause, den Rettungsschwimmer dann um 10 Uhr auf Arbeit an seinem KfZ abgesetzt, nach Hause, der besseren Hälfte noch schnell ’n Gute-Nacht-Kuss auf die Wange gedrückt, noch ’n Feierabendbier zu mir genommen und den Tag Revue passieren lassen. Wir hatten echt Glück!20180829_Baer

03.09.2018:

Am Montag ging’s dann nochmal alleine auf’s Boot, da meine Schwiegermutter bei uns war, konnte ich guten Gewissens eine Übernachtung einplanen. Aufgrund von Windmangel wurde erstmal am Boot rumoptimiert. Ich hatte mir vom Rettungsschwimmer die Akku-Flex geborgt und wollte mich daran machen, alle von innen am Deck fühlbaren Nägel, Schrauben, Klammern zu entfernen. Da ja jetzt regelmäßig auch Kinder an Bord sind, ist das nicht mehr vertretbar. Da der Spaß des Nägelabflexens mit Sicherheit ziemlich viel Dreck aufwerfen würde, räumte ich das Boot erstmal aus. Komplett. Als die „11&30st“ leer war, kamen die Besitzer von „Susi“, so der Name der in der Nachbarbox liegenden Badewannenattrappe. Dieser Optimist für Erwachsene fiel mir schon beim Ankommen auf, ich musste ein bisschen lächeln ob der Größe und der Form. Weiterhin war die Befestigung in der Box eher rudimentär, auf Fender wurde komplett verzichtet. Da das ziemlichen Krach machte und ich ja direkt nebenan schlafen wollte, lieh ich dem Optimisten einen Fender zwischen Bugwand und Steg. Das Geknarze war vorher selbst bei der aktuellen Nahezuflaute nicht aushaltbar und ich wollte ja die Nacht nebenan schlafen. Nach einem Smalltalk und der Quintessenz, dass das Pärchen gestern (bei 4-5 Bft) mit Susi auf dem See war, die Frau fast gestorben wäre vor Panik und sie das Bootchen erstmal ausprobieren, noch keine solchen Dinger (Fender) haben und generell so wirkten wie -gar keine Ahnung- zogen Sie wieder von Dannen und ich fing an zu flexen. Ein Wunder das die gestern nicht gestorben sind! Wirklich, da war nämlich echt Wind, na gut, wie sagt man so schön: „Das Glück ist mit den Bekloppten“.

Die 30 Nägelreste abzuflexen war ’ne ziemliche Drecksarbeit, bei jedem Nagel flexte ich natürlich auch etwas Holz mit an, weshalb sich besonders im Vorschiff böser Qualm entwickelte und ich zwei Mal wegen halber Rauchvergiftung unterbrechen musste. In der Lüftungspause konnte ich ein Pärchen beim Petting auf dem Leuchtturmsteg beobachten, die schienen frisch verliebt zu sein. Nach ca. 1 Stunde und zwischenzeitlichem Akkuwechsel waren alle Nägelreste restlos entfernt und ich begann mit dem Entfernen des Schleifstaubes. Danach das Boot wieder eingeräumt. Es wurde langsam Abend und da es super Sommerwetter war und ich natürlich total verdreckt, nahm ich noch ein Bad im Sonnenuntergang im Hafenbecken. Und das Lächeln kam zurück.

Danach dann noch ’n Eintopf erwärmt und vertilgt, das Boot mit Persenning nachtfertig gemacht und den Laptop für die Filmvorführung installiert. Jetzt, mit eigenem Stromkabel und fest installierter 3fach-Steckdose kehrt Luxus ein, man könnte einen Film auf dem Laptop schauen und parallel das Handy laden und sich gleichzeitig die Haare fönen (wenn man einen Fön hätte). Heute erstmal nur Laptop und Handyladen. Die Filmauswahl viel auf „Homo faber“, das Buch las ich mit Anfang 20, war damals ziemlich begeistert (wie von allen Frisch-Werken). Dafür, das ich das Buch gelesen hatte, gefiel mir auch der Film recht gut, normalerweise ist das enttäuschender. Seit Langem war ich mal wieder wirklich berührt! Auch interessant festzstellen, wie im Laufe der letzten fast 20 Jahre eine Perspektivverschiebung stattgefunden hat. Als ich jung war bewunderte ich die Abgeklärtheit und Emotionslosigkeit des Ingenieurs, jetzt nimmt mich das Schicksalhafte der Geschichte und vor allem die Auswirkungen auf die Tochter emotional völlig auseinander. Am Ende saß ich mit einem ziemlich dicken Klos im Hals am Steg und trank das letzte Bier sehr nachdenklich aus.

04.09.2018:

Am nächsten Morgen wurde ich zu einer recht humanen Zeit, so ca. gegen 9, vom Baulärm am Parkplatz wach. Erstmal ’n Morgenspaziergang auf dem Steg gemacht und dabei ein sehr lustiges Stillleben fotografiert: Eine mit Umhängeschloß „gesicherte“ Verlängerungsschnur. „Gesichert“, weil ich den Zweck des Umhängeschloßes nicht wirklich verstand, vielleicht soll es aber die Strippe so schwer machen, das Niemand Lust hat es fort zu tragen. Das geht auch nur in Deutschland… Obwohl… Außerdem nutzte ich das Morgenlicht, um die niederländische Schwester der „11&30st“ abzulichten, diese in indirekter Nachbarschaft liegende Polyfalk, die den ganzen Sommer ohne Persenning dort vor sich hinschaukelt und deren Unterwasserschiff (soweit man das von oben sehen kann) doppelt so schlimm aussieht wie das meiner Flytour vor der Sanierung. Die dreckige Schwester sozusagen… Dann ging’s daran, noch ’n paar Meilen zu machen, bin ja nicht nur zum Flexen und Fotografieren hier.

Viel Wind war nicht, also mit Vollzeug raus, natürlich wieder vergessen das Navi vor’m Ablegen anzuschalten. Egal. Ich wollte nur für ’n paar Stunden meine Ruhe mit Boot, Wasser, Wind. Wie gesagt war Wind nur zwischen 0 und 2 Bft, also suchte ich die Windspots auf der Wasseroberfläche und versuchte mich von einem zum anderen zu hangeln. Bis dann bei achterlichem Wind und gemütlichem Dahingluggern plötzlich eine wirklich miese Böe seitlich einfiel, das Boot schlagartig ansprang aber vor allem schlagartig krängte. Die ungesicherte Kiste im Cockpit rutschte von einer Seite auf die andere, genauso gings mir auf der Sitzbank. Ich warf die Großschot los, wirklich Krängung nahm das aber nicht aus dem Boot, kurzzeitig bekam ich Herzrasen. Der Spaß war allerdings nach 10 Sekunden wieder vorbei. Offensichtlich wird der Hauptteil der Krängung von der Genua verursacht, Groß fieren bringt nicht wirklich viel. Der Wind blieb die nächsten Stunden so launig, ich hatte dann aber doch eher Spaß daran und beobachtete die Wasseroberfläche intensiver um solchen Überraschungen nicht mehr unvorbereitet ausgeliefert zu sein. Irgendwann wars Zeit zum Heimfahren, angelegt, festgemacht, ab nach Hause.20180904-Baer

09.09.2018:

Kurz bevor meine Schwiegermutter wieder nach Hause fuhr, nutzte ich die Gelegenheit, nochmal mit der ganzen Familie aufs Boot zu gehen. Wind war perfekt vorhergesagt zum Kaffeesegeln. 1-2 Bft. Erstmal ohne die Familie zum Boot, alles startklar gemacht. Dann zügig mit Motor raus, Segel hoch und Wind suchen. Ziel war mal wieder die Kombüse auf der anderen Seeseite, welches andere Ziel sollte man sonst anlaufen? Dort gibt’s Pommes! Das jüngere Kind beschäftigt sich wirklich super mit einem Fender an der Leine, das macht Sie echt glücklich, bisher ließ Sie auch noch keinen verloren gehen. Sie sagt das wäre ihr Hund, scheint ’n Wasserhund zu sein, auf jeden Fall kann Sie fast eine Stunde lang nichts anderes machen.

Hin- und wieder füttert Sie Fische mit Brötchenresten. Die ältere las in Kinderbüchern und Omi und meine Frau ließen sich die Luft um die Nase wehen und genoßen die Sonne. Jedes Kind wollte mal Steuermädchen spielen, na von mir aus… Is ja wenig Wind.

Wenn der Klimawandel nicht wäre, könnte man solche Sommer ernsthaft genießen. Allerdings sind da eben auch extreme Dürre, Nachschubprobleme des Wasserproduzenten, deutlich gesunkener Wasserspiegel auf dem See, Inselabbruch am Senftenberger See, etc. pp. Augen zu und durch, kann nur schlechter werden.

Das Anlegen am anderen Ufer wurde dann leider doch etwas hektisch, da dort oben etwas mehr Wind wehte und ich wegen relativ wenig Platz im Cockpit und ohne eingespielte crew etwas Schwierigkeiten beim Segelbergen hatte. Ging trotzdem alles ohne Kratzer an Mensch oder Material ab, deshalb soweit ok. Trotzdem braucht meine Frau Routine, nächstes Jahr müssen wir unbedingt mal einen oder zwei Tage alleine segeln gehen und dann auch ordentlich Manövertraining machen. Nächstes Jahr.

Nach dem Pommes essen gings nochmal an den Strand, die Kinder badeten, die Frauen telefonierten (meine Frau bekam einen spontanen Anruf von Ihrer Großcousine aus Australien, mit Einladung doch mal runter zu fliegen…Das wird wohl nix, carbon-footprint und so…) und ich machte ein Nickerchen. Als ich wach wurde, nervte das ältere Kind ziemlich ab mit „Papa, komm mit ins Wasser, ich will schwimmen…“ Man lebt nur einmal, mit breitem Grinsen stapfte ich ins kühle Nass und machte die kleine für 5 Minuten glücklich. Es ist zweifellos anstrengend, aber wenn man in dieses 5 Minuten am Tag zeigt das man da ist, wird das Konfliktpotenzial deutlich minimert. Die Schwierigkeit dabei ist, richtig zu entscheiden, welches Thema jetzt das wichtige ist und bei welchen man durchaus Nein sagen soll/muss/kann.

Umziehen und zurück zum Boot. Der Rückweg war super entspannt, alle genossen den Augenblick. Kurz vor’m Hafen wieder Segel runter-Motor an, anlegen, verhutzen, ab nach Hause.20180909-Baer

16.09.2018:

Die nächsten Tage beschäftigte ich mich zu Hause mit der laaange geplanten Anbringung eines Bodenhebers für die Cockpit-Bodenplatten, um bei Bedarf einfacher an die Bilge zu kommen wenn z.B. Bilgenwasser zu entfernen ist. Bisher habe ich dazu immer einen Schraubendreher benutzen müssen, was zwangsläufig auch zu Schaden an den Brettern führt. Am nächsten Sonntag fuhr ich dann mit dem entsprechenden Bodenbrett zum Boot und setzte es wieder ein. Außerdem war endlich, nach ca. 1 Jahr vom Stückwerk hier und da, der Großschot-Traveller fertig. Also habe ich den auch eingepackt und fertig installiert.

Da auch an diesem Tag der Wind nicht mein stetiger Begleiter war, sprang ich in einer längeren Flaute nochmal ins kühle Naß, diesmal ohne zu ankern, nur mit einer Festmacherleine bewaffnet. Zweimal ums Boot geschwommen und wieder zurück. Danach ließ mich für ca. 45 Minuten treiben und machte ein erholsames Nickerchen. Gut das ich mir einen timer gestellt hatte, nach 45 Min trieb die 11&30st doch ca. die Hälfte der Strecke bis zum Ufer nach Lee ab. Irgendwie nimmt der Sommer nicht wirklich ein Ende, es waren wieder über 30 °C, wenn es nicht so verdammt trocken wäre würde es mich nicht stören, aber die Nebenwirkungen (vorerst eher für andere) sind schon beängstigend.20180916-Baer

18.09.2018:

Da für die kommende Woche der erste bösere Herbststurm vorhergesagt war und ich mir die Erlebnisse des letzten Jahres ersparen wollte, holte ich die Flytour Mitte September wieder aus dem Nassen.

Auf dem Weg zum Boot nahm ich mir, wegen wenig zu erwartendem Wind und keinen ungeduldigen Beifahrern im KfZ, die Zeit, um mal die Dorfromantik von Lieske abzulichten. Der Charme des Morbiden gegenüber einer frisch renovierten Uralt-Bushaltestelle… Da hält sogar ein Überlandbus, sogar 10 mal pro Richtung (Linie 105 und Linie 125 ZVON). Vielleicht versuche ich irgendwann mal den Spaß damit zum See zu kommen. Von Dresden aus. Blind geschätzt 4 h eine Strecke.

Bei der Ankunft am See zeigte sich dieser als lebloser Spiegel.

Der Wind war nicht mein Freund an diesem Tag, also motorte ich an den Steg, stellte dort die Kamera auf, setzte die Segel und filmte die „11&30st“ für ein paar Schläge von außen. Segel wieder runter, Motor an, Kamera einsammeln und ab zur Slipanlage.

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Dann Mast gelegt, alles autobahnfertig verhutzt, Trailer geholt, Boot draufgezerrt, nochmal geparkt und zur Abkühlung noch ein Bad im Slipanlagenbereich genommen. Einer der Bauarbeiter, die gerade in den letzten Zügen die beiden Treppen zwischen Parkplatz und Hafen fertig machten, fragte mich, ob die Saison jetzt zu Ende sei. Ich bestätigte grundsätzlich mit der Zusatzbemerkung: „…aber man weiß ja nicht wie sich der Herbst noch entwickelt…“ Ab in die Scheune und den Tag ausklingen lassen. Die Saison erstmal im Kopf abgeschlossen und dem ersten Herbststurm mit ruhigem Schlaf entgegensehend.20180918-Baer

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